Thermographie


Die Thermographie ist ein hervorragendes und fortschrittliches Mittel, um die Bausubstanz zerstörungsfrei zu untersuchen. Daher findet man auf dem Markt viele Anbieter, die teilweise mit “Pauschal-” oder “Schnäppchenangeboten” werben. Doch worauf gilt es zu achten, bevor ich eine Thermographie beauftrage? Die folgenden Punkte sollten es Ihnen ermöglichen, einen Anbieter vor Beauftragung auf Kompetenz und Qualität zu prüfen, um am Ende nicht mit einem unbrauchbaren Ergebnis da zu stehen.

Die Kamera


Fragen Sie nach der Kamera - insbesondere nach der Sensorauflösung und der thermischen Empfindlichkeit. Eine Sensorauflösung von 160 x 120 Pixeln sollte das absolute Minimum sein. Eine niedrigere Sensorauflösung gilt als für die Bauthermographie ungeeignet und kann bei der Auswertung wichtige Details “verwischen” oder komplett unterschlagen.
Die thermische Empfindlichkeit oder NETD (Noise Equivalent Temperature Difference) sollte nicht mehr als 50mK (K - Kelvin) betragen. Mit abnehmender Empfindlichkeit werden geringe Temperaturunterschiede, welche für die Analyse sehr wichtig sein können, immer weniger sichtbar. Daraus folgt ein unschlüssiges oder unbrauchbares Bildergebnis.

Erkundigen Sie sich auch nach der letzten Kalibrierung und dem enstprechenden Protokoll - Messgeräte sollten immer gewartet sein, um von Dritten anzuerkennende Ergebnisse zu liefern.

Das Verfahren


Schon bei der Terminfindung mit einem potentiellen Auftragnehmer können Sie auf Qualitätsmerkmale achten. Beispielsweise sind Tageszeit und Witterug für eine fachkundige Thermographie von großer Bedeutung. Fällt der vorgeschlagene Termin in eine vorhergesagte Regenzeit? Wird ein Termin unter heisser Mittagssonne angeboten?

Eine aussagekräftige Aussenthemographie, z.B. zur Überprüfung der Wärmedämmung, sollte bei trockenem Wetter (Das Gebäude darf nicht von Niederschlag benässt sein), bei einer Windgeschwindigkeit von unter 18 km/h und bei einer Aussentemperatur, die mindestens eine Differenz von 10 - 15 °C (für mind. 12 Sunden) zur Innenraumtemperatur des zu prüfenden Gebäudes aufweist. Auch sollte die Aussenthermographie in den kalten Jahreszeiten und vor Sonnenaufgang durchgeführt werden. Natürlich gibt es Ausnahmen - wie z.B. Die Fachwerkhausuntersuchung - die der Fachmann kennen sollte.

Bei der Innenthermographie sollten die Innenräume für einen längren Zeitraum (mind. 12 Stunden) auf mindestens 20 °C aufgeheizt worden sein, sollten niedrige Aussentemperaturen herrschen. Grundsätzlich kann die Innenthermographie ganzjährig durchgeführt werden. Die Fenster gehören geschlossen und Möbelstücke 12 Stunden vor der Untersuchung von der Wand entfernt - falls sich dort zu untersuchende Bereiche finden.

Das Ergebnis


Am Ende der Untersuchung sollte für Sie ein brauchbares Ergebnis stehen. Je nach Gegebenheiten und Anforderungen sollte dieses einen schriftlichen, bebilderten Bericht mit allen relevanten Erkenntnissen beinhalten, sowie Ihnen durch Erklärungen des Fachmanns die Möglichkeit geben, diesen Bericht in Gänze zu verstehen.

Ein guter Sachverständiger sollte nicht nur fachlich besonders versiert sein, sondern auch dazu in der Lage sein, potentiell komplexe Sachverhalte dem Auftraggeber verständlich zu erläutern. Dafür sollte er sich Zeit nehmen und nicht schlicht wortlos ein Dokument versenden.
Auch perspektivische Folgen aus den Erkenntnissen und mögliche Problembehebungen sollten hier angesprochen werden.